Jungs sind halt so

#MeToo für Eltern: Wie man Söhne heranzieht, die Frauen respektieren – und wie es Kinder beeinflusst, wenn sie immerzu daran erinnert werden, zu welchem Geschlecht sie gehören.

Neulich mit der sechsjährigen Tochter zu Besuch bei einer befreundeten Familie. Der Sohn des Hauses scheucht seine Mutter durch die Küche, verzichtet auf „bitte“ und „danke“ und zerrt seine widerstrebende Klassenkameradin in sein Zimmer, um mit Lego-Bauten anzugeben. Die Mutter zuckt nur die Schultern: „Wenn ein Mädchen da ist, will er Eindruck schinden.“ Jungen sind eben so?

In den vergangenen Wochen wurde unter dem Hashtag #metoo über Sexismus und sexuelle Belästigung diskutiert. Es ging dabei um zotige Witze und Vergewaltigung, um Machtverhältnisse und Rollenklischees und um die Beziehungen zwischen Männern und Frauen, die sich ja nicht nur als Kolleginnen und Kollegen gegenüberstehen, sondern auch als Freundinnen und Freunde, als Partnerinnen und Partner, als Liebende – und nicht zuletzt als Eltern von Jungen und Mädchen.

Wir sind weit gekommen mit der Gleichberechtigung, denken wir und schauen auf Männer in Elternzeit, die Kinderwagen durch Parks schieben. Gleichzeitig kaufen wir dem Einjährigen keinen Puppenbuggy, weil es die nur mit rosa Schmetterlingen gibt.

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